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Schroeders Blog

Mein Weg zur Streetphotography

Alles fing im Januar 2017 an: Ich weiß nicht mehr genau wo, aber irgendwie stieß ich auf einen Artikel über Eric Kim. Als ich dann auf die Webseite von Eric Kim ging, dacht ich mir zuerst „was zur Hölle ist das?“. Vorher hatte ich noch nie von Streetphotography gehört oder gelesen. Also habe ich mir die verschiedenen Tutorials von ihm durchgelesen und wurde immer begeisterter.

Einer der Tipps von Eric Kim ist, dass man als Streetfotograf eine kleine Kamera mit Weitwinkel-Festbrennweite benötigt. Zufällig hatte ich damals auch einen Artikel über die angekündigte Fuji X100F gelesen. Und so gab sich das Eine das Andere: Ich bestellte mir im Internet die X100F, heiß darauf, mit der Streetphotography loszulegen. Zwar hatten meine Frau und ich zu diesem Zeitpunkt noch eine Nikon D90, aber die Kamera und die dazugehörigen Objektive waren einfach zu groß und zu schwer, um sie immer mit sich herumzutragen.

Dumm war nur, dass die X100F damals völlig vergriffen war. Also wartete ich. Irgendwann im Mai wurde ich des Wartens überdrüssig und ich begann zu überlegen, ob es überhaupt eine X100F sein muss. Schließlich gewann ich immer mehr die Einsicht, dass ich mit einem Wechselobjektivsystem besser fahren werde. Also wurde die X100F wieder storniert.

Mitte August 2017 war es dann endlich soweit: Ich schnappte mir meine Frau und wir fuhren zu Fotomax in Nürnberg. Eigentlich wollten wir die X-T20 kaufen, heraus kamen wir mit der X-T2, dem Kit-Objektiv XF18-55 und dem Pancake XF27/2.8, das für die Streetphotography gedacht war.

Die ersten Aufnahmen erfolgten dann am 14.08.2017. Das ist die  Geburtsstunde meiner persönlichen Streetphotography. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. 30 Follower auf Instagram und postete nur gelegentlich Urlaubsfotos, die mit dem Handy aufgenommen wurde.

Mein erstes Streetfoto war also dies hier:

(Untitled, 2017)

Toll, oder?

Damals war ich noch extrem vorsichtig Menschen aufzunehmen. Außerdem war ich noch immer gewöhnt, dass man keinen Ausschuss produzieren soll, also wurde geduldig fokussiert und dann genau ein Bild gemacht. Die Ausbeute war daher am Anfang ziemlich bescheiden.

Mein erstes Streetfoto, das ich dann auf Instagram gepostet hatte, war dies hier:

(Relax, 2017)

Ich war stolz wie Harry. Die Resonanz war eher bescheiden.

In den Monaten danach begann ich vermehrt zu experimentieren. Zunächst stellte ich von Einzelfoto auf Serienbildaufnahmen um. Dann begann ich, mit den Fokuseinstellungen zu variieren. Bis ich dann beim Nachverfolgungsfokus hängen blieb. Damals arbeitete ich auch noch mit fest eingestellter Blende von 6.4 und einer variablen Verschlusszeit. Naja, der Ausschuss mit unscharfen Bildern war recht hoch.

Das erste – in meinen Augen – gute Streetfoto war dann dies hier:

(On the other side, 2017)

Relativ schnell wuchsen dann auch die Zahlen der Instagram-Follower.

Eine Herausforderung waren dann für mich die Wintermonate. Da ich hauptberuflich Angestellter bin und Streetphotography nur als Amateur betreibe, hatte ich die Gelegenheit für Shootings erst ab ca. 17.00 Uhr. Ab November schießt man als Streetfotograf nur in Dunkelheit. Also musste ich mir angewöhnen, konzentrierter und langsamer zu arbeiten. Also einmal stehenbleiben und die Hand ruhig halten. In diesen Monaten veränderte sich bei mir das Sehen. Trent Parke hat einmal gesagt: „I am forever chasing light. Light turns the ordinary into the magical.“. Wenn man im Winter bei Dunkelheit Street schießt versteht man, was damit gemeint ist.

Es gibt in meinen Augen dann nur zwei Möglichkeiten: Entweder du schießt gegen das Licht, so dass die Person als Silhouette erscheint oder du schießt mit dem Licht, so dass das Gesicht der Person von Schaufenstern angeleuchtet ist. Ein Beispiel für die Mischung beider Varianten:

(Bags, 2017)

Die eigentlichen Aha-Effekte hatte ich dann im März 2018. Hier hat sich einiges gefestigt: Die Art wie ich den Fotoapparat benutze (dazu in einem anderen Artikel mehr), die Auswahl der fotografierten Motive (auch dazu in einem eigenen Artikel mehr) und die Art und Weise, wie ich Fotos nachbearbeite.

Ich sollte an dieser Stelle auch erwähnen, dass ich nach einer gewissen Ethik Bilder aufnehme: Kinder, hilflose Menschen oder Menschen mit Einschränkungen sind für mich als Fotomotiv tabu! Grundsätzlich verändere ich die Bilder in der Nachbearbeitung fast nicht! In der Nachbearbeitung lege ich nur drei Dinge fest: Acros oder Classichrome, Kontrast erhöhen und Zuschneiden. D.h. Retusche in Photoshop gibt es bei mir überhaupt nicht! Ich würde für mich sonst die Bilder nicht mehr als authentisch ansehen können.

Im Zeitpunkt dieses Artikels habe ich fast 1200 Follower auf Instagram. Aufgenommen habe ich ca. 15000 Bilder. Für eine Veröffentlichung entwickelt wurden davon ca. 1000. Aktuell bin ich auf der Suche nach Gleichgesinnten im Raum Nürnberg, um mich über Streetphotography austauschen zu können. Ich bin neugierig, welche tollen Menschen ich da kennenlernen werde.

Mittlerweile habe ich als zweiten Body noch die Fuji X-E3, die ich hauptsächlich für den Alltag benutze und 4 weitere Objektive. (Das 5. ist bestellt…)

Mein aktuell bestes Bild (aus meiner bescheidenen Sicht) ist dies:

(Mirror man, 2018)

Die Reise geht weiter…

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